Oma ist die Allerbeste

 

Nicht nur weil sie den köstlichsten Gugelhupf und den g´schmackigsten Schweinsbraten macht, sondern weil sie für jedes kleine und große Wehwehchen das passende Mittel weiß.

Aus Kräutern, Obst und Gemüse und ganz alltäglichen Dingen aus dem Haushalt zaubert sie einfache Anwendungen, die auf sanfte Art und Weise Beschwerden lindern und dabei große Wirkung erzielen können. Kinder sprechen auf diese Hausmittel besonders gut an, sind sie doch häufig auch mit Ruhe und liebevoller Zuwendung verbunden.

Dieses Gesamtpaket lässt den kleinen Patienten rascher wieder gesund werden, im besten Fall ganz ohne Medikamente.

 

Bevor die Schulmedizin

mit der erfolgreichen Entwicklung von chemischen Wirkstoffen Anfang des 20. Jahrhunderts ihren Siegeszug antrat, gab es von Beginn der Menschheit an nur Mittel aus der Natur, die man zur Heilung einsetzen konnte.

Die Pflanzen- und Mineralienwelt war die Apotheke, aus der Medizinmänner, Alchemisten, Bader, Priester und Ärzte die Zubereitungen bezogen, mit denen sie Kranke von ihren Leiden befreien wollten.

Die Inhaltsstoffe und richtigen Dosierungen waren damals freilich noch nicht genau bekannt und so endete manche Behandlung auch mit dem Tod.

Doch seit dem 19. Jhd. wurden Heilkräuter fleißig erforscht, sodass man heute bei den meisten Arzneipflanzen ganz genau weiß, wie und in welcher Menge sie wirken. Die Wirksamkeit von manchen Therapiemethoden aus früheren Zeiten, die sich über Jahrzehnte bewährt haben, kann heute durch Studien belegt werden.

Andere Hausmittel oder Anwendungen aus der traditionellen Natur- und Alternativmedizin lassen sich zwar wissenschaftlich nicht beweisen, ihre heilsame Wirkung ist jedoch evident. So finden diese Therapiemöglichkeiten mittlerweile auch Anerkennung von immer mehr Ärzten, die zunehmend ausgewählte Anwendungen gerade bei der Behandlung von Kindern zur Unterstützung empfehlen.

 

Die Erkältungszeit naht und wir haben eine Auswahl von Hausmitteln gegen Schnupfen und Husten für Sie zusammengestellt:

 

Salz+Tee – Inhalation: löst den Schleim und befreit die Atemwege

Bringen Sie einen halben Liter Wasser in einem Topf zum Sieden. Dann fügen Sie 2 Teelöffel Salz sowie je 1 Teelöffel Thymian, Anis und Kamille hinzu. Den Kopf über den Topf halten (Achtung: darf nicht mehr zu heiß sein!) und ein Geschirrtuch über Kopf und Topf legen und kräftig einatmen. Die Inhalation sollte 5 – 10 Minuten dauern.  


Brusteinreibung: wirkt bei Bronchitis und Keuchhusten entspannend.

 In etwa 250ml erwärmtes Olivenöl 3 Teelöffel Thymian geben und 30 Minuten abgedeckt ziehen lassen. Anschließend auf eine für die Haut angenehm warme Temperatur bringen und auf die Brust auftragen.


Zwiebelsaft: obwohl er kein Geschmackserlebnis ist, wird er sehr erfolgreich bei Kindern angewendet! Zwiebel hat einen antibakteriellen Effekt und wirkt rasch bei Atemwegsbeschwerden.

Eine ganze Zwiebel wird klein gehackt. Etwa 4 - 6 Esslöffel Honig dazugeben und ca. 100ml Wasser hinzufügen. Vorsichtig erwärmen und 10 min. leicht köcheln lassen. Den Ansatz danach etliche Stunden ziehen lassen und abschließend auspressen. 3 – 5 Mal täglich 1 EL (bei Kindern TL) einnehmen. 


Ohrenkompresse mit ätherischem Lavendelöl: wirkt entzündungshemmend und beruhigend

Eine Kugel Watte oder besser Heilwolle mit 1 Tropfen 100%igem biologischem Lavendelöl beträufeln und aufs Ohr legen. Mit einem Stirnband oder einer Haube fixieren.  


Essigpatscherl bei Körpertemperatur über 38,5° Grad: sind das wohl berühmteste Hausmittel und senken das Fieber auf sanfte Art 

1 Liter Wasser erwärmen auf eine Temperatur, die nur 1 – 2 ° Grad unter der gemessenen Körpertemperatur liegt (bei Erwachsenen können es 2 – 3 ° Grad sein). Einen Schuss Essig zufügen und verrühren. Darin ein Baumwolltuch (zum Beispiel ein Geschirrtuch) tränken, auswringen und um die Beine von der Kniekehle abwärts bis zu den Knöcheln wickeln. Ein Wolltuch darüber schlagen. Nach etwa 8 – 10 Minuten diese Prozedur wiederholen.


Achtung: Die Temperatur darf nicht zu schnell gesenkt  werden, da das Herz sonst zu stark belastet wird. Sollte der Patient zu frieren beginnen, muss die Behandlung sofort gestoppt werden.


 Oma´s Hausmittel sind wieder in und werden erfolgreich als sanfte und „harmlose“ Behandlungsmethode eingesetzt, doch es gibt Grenzen, die man dabei nicht übersehen darf:

Auch pflanzliche Zubereitungen können bei falscher Anwendung zu Nebenwirkungen führen! Und bei deutlichen Krankheitszeichen oder Fieber über 38,5 ° Grad bei Kindern sollte nicht mit dem Arztbesuch zugewartet werden, denn es gibt Erkrankungen, die rasch diagnostiziert werden müssen und (auch) eine schulmedizinische Therapie benötigen, um keine bleibenden Schäden nach sich zu ziehen.  

Autorin: Mag. Adelheid Tazreiter